Statistischer Jahresrückblick der Meistermannschaft

Die Saison 2017 war nicht nur wegen der Bayerischen Meisterschaft eine der besten Spielzeiten die die Gators Herren 1 je abgeliefert haben. Dabei konnte sich Coach Max Mommer auf einen breiten Kader stützen, wo jeder seinen Teil zum Gesamtergebnis beigetragen hat. Teilweise konnte man mit acht Spielern auf der Bank die Spiele bestreiten. Daher dieser Rückblick auf die Leistungen der Spieler der Augsburg Gators. Die Sortierung erfolgte nach Plate Appearances und die Statistiken (alle: AVG, OPS; Pitcher ERA) fassen Hauptrunde und Play-Offs zusammen, sofern nicht anders erwähnt.

Julius Widmann (SS .523, 1.321) (1. von rechts kniend)
Absolute Stütze des Infields und ohne Zweifel auch schon wegen seiner Offensive MVP der Gators. Dritter ligaweit in Hauptrunde und Play-Offs beim AVG und auch sein OBP von .639 spricht Bände: Eigentlich konnte er kaum vom Gegner ausgemacht werden. Und wenn er am ersten Base stand holte er das zweite Base spätestens beim nächsten Batter (42 SB). Das einzige Caught Stealing diese Saison war ein Pickoff am zweiten Base. In dieser Form auch in der 2. Bundesliga ein Spitzenmann.

Diyango DeJesus (OF .311, .818; P 4.51) (2. vr kn)
Mit seiner Leistung als Starting Pitcher sorgte er dafür, dass die Gators auch das zweite Spiel oft schon nach drei Innings für sich entscheiden konnten. Als Schlagmann war es zumeist Alles oder Nichts: 12 Doubles sind weit mehr als der Zweite Widmann mit 8, dem stehen aber auch 21 Strikeouts gegenüber. In der zweiten Liga wird er nun ohne Inninglimitierung im zweiten Spiel werfen können.

Peter Lazs (2B, C .252, .643; P 3.89) (1. vl kn)
Seine Offensive kam die ganze Saison über nicht recht in die Gänge, aber seine Anlagen haben das Potential für deutlich mehr. Als Catcher des zweiten Spiels auf jeden Fall unentbehrlich. Lazs protzte gern mit seinem Arm und hielt gegnerische Läufer mit einem .327er Caught Stealing Average kurz. Als Pitcher ein Closer mit Nerven aus Stahl.

Max Mommer (CF .515, 1.245; P 4.30) (3. vl st)
Der Meistertrainer war auch als Spieler eine der Stützen der Offensive. Speziell in den Play-Offs drehte er auf und war Zweitbester ligaweit beim AVG. Teamleader bei den RBIs mit 27. Absolut der Mann, den man mit Läufern in Scoring Position am Schlag haben will. Sein Pitching konnte er wegen DeJesus auf eine Relief-Rolle reduzieren, wo er mit seinen Curveballs und seiner Kontrolle die Spiele sicher nach Hause brachte.

Robert Vojnic (3B .418, 1.034) (4. vr st)
Der Emotional-Leader des Teams war auch dieses Jahr unverzichtbar als Schlagmann und als Infielder. Sowohl in der Hauptrunde als auch in den Play-Offs unter den TOP10 der Liga. Zu Saisonbeginn noch durch seinen Beruf öfter abwesend, war er zur Crunchtime in Hochform und lieferte die wichtigen Hits gegen die Mitkonkurrenten ab. Defensiv eine absolute Bank mit schnellen Händen und sicherem Wurf.

Philipp Hiemer (OF, C .350, .958) (2. vr st)
Schweres Aus – nicht nur wegen seines Körpergewichts. Ein extrem geduldiger Hitter der oft durch Walks auf Base kommt, seinen Pitch aber auch gerne ins Right-Centerfield zum Double drischt. Manchmal noch etwas zu geduldig. Als Catcher mitverantwortlich für die gesteigerte Pitchingleistung von André Hihler und mit Potential nach oben was die Caught Stealing Average (.130) betrifft – der Arm ist definitiv vorhanden.

Mate Löcz (1B .246, .676; P 3.86) (3. vr st)
Power-Hitter mit einem der zwei Homeruns der Gators dieses Jahr (neben Mommer), der in dieser Saison oft an den hohen Anforderung – die er an sich selbst richtete – haderte. Dafür eine absolute Bereicherung als Firstbaseman und speziell als Pitcher. Konnte mit seiner Mischung aus schwer aufzunehmenden Bällen und Curveballs die Gegner oft zu schlechten Kontakten bringen und war zum Saisonende der erste Relief-Pitcher für das zweite Spiel.

Naohisa Matsuda (RF .321, .824) (2. vl kn)
Fast typisch für einen japanischen Spieler ein sehr disziplinierter Schlagmann, der den Pitcher hart arbeiten ließ und oft auf Base kam. Tadelloses Stellungsspiel und sichere Hand im Rightfield. Berühmt inzwischen wegen seines emotionalen Ausbruchs bei den Niederlagen gegen Schwaig.

Andreas Rucker (1B, RF .412, .981) (2. vl st)
Ganz OK. Ein paar gute Jahre sind wohl noch drin.

Marcel Biedermann (2B .375, .850; P 8.40) (1. vr st)
Kam im Frühjahr aus Heidenheim zur Mannschaft und ergänzte das Team um einen vielseitig einsetzbaren Infielder. Unvergessen sein Game-Saving Diving Catch gegen Rosenheim. Am Schlag mit hohem Average, aber noch etwas zu ungeduldig. Schneller Läufer mit den zweitmeisten Steals (nach Widmann), bei deutlich weniger Spielen. Auch als Pitcher mit Potential.

Max Stadler (OF .267, .763) (4. vr kn)
Alter Hase der weiß wie man auf Base kommt. Der Average gibt es zwar nicht her, aber der OBP ist mit .463 sehr ordentlich. Gefühlt Trainingsmeister und jedes Spiel verfügbar als erster Pinch-Hitter von der Bank und vielseitiger Outfielder.

André Hihler (RF .393, 1.098; P 3,33) (3. vl kn)
No-Hitter gegen Balham in den Play-Offs und insgesamt 7 Spiele in denen der Gegner nicht mehr als 4 Hits gegen den Linkshänder zustande brachte. Bester ERA der Südgruppe und unter den besten drei in den PlayOffs. Mehr hätte man sich wohl vor der Saison vom Jungspund des Teams nicht wünschen können. Wenn doch, dann dass er im ersten Inning schneller ins Spiel kommt und Walks abstellt. Auch als Schlagmann mit sehr guten Werten, was früher oder später auch einen Platz in der Schlagreihenfolge des zweiten Spiels zur Folge hat.

David Zazzaretta (2B, OF .077, .445) (4. vl kn)
Super-Utility des Teams, der über alle Positionen im Infield und Outfield einsetzbar ist. Wenig Glück am Schlag aber trotzdem oft auf Base und mit seiner Trainingseinstellung und seinem Eifer ein Vorbild für alle Jüngeren (und auch einige Ältere) im Team.

Luca DeVita (1B .100, .267) (5. st)
Mit mehr Spielpraxis auf jeden Fall wieder ein gefährlicher Schlagmann, der in vergangenen Saisons gezeigt hat, dass er zu den besten im Team zählt. Stark eingeschränkt durch seine berufliche Tätigkeit und sich trotzdem nicht zu Schade seine Zeit sowohl für die Herren 1 als auch die Herren 2 zu opfern. Bester Koch der Gators und darüber hinaus 😉

Leo Bredebusch (OF .444, 1.056) (4. vl st)
Verlorene Saison für einen der besten Nachwuchsspieler der Gators. Wegen einer Sehnenverletzung der Schulter als Pitcher nicht verfügbar und als Schlagmann stark eingeschränkt. Zeigte aber auf jeden Fall sein Potential, wenn gesund. Outfielder der Zukunft der Gators.

Markus Hörmann (C .250, .583; P 8.75) (3. vr kn)
Als Bench- und Thirdbase-Coach unverzichtbar und selbst in hohen Jahren immer noch fähig als Catcher oder Pitcher seinen Mann zu stehen. Gefürchtet sind seine Inside-Fastballs, die nicht immer die Platte erwischen. Wir freuen uns ihm mit 49 Jahren noch ein paar At Bats in der zweiten Liga geben zu können.

Wolf Domke (3B .167, .611) (1. vl st)
Vom Coach als Most Improved Player gekürt, der am Anfang der Saison für Vojnic die Thirdbase-Position souverän festhielt. Musste zur Mitte der Saison wegen Rückenverletzung aufhören.

Kai Roßkopf (C #DIV/0!) (nicht im Bild)
Glücklich die Teams, die auf solche Catcher in Reserve zurückgreifen können. Bekam beim einzigen Einsatz der Saison nichts zu schlagen und konnte nicht ausgemacht werden.

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